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Auf den Spuren schwedischer Geschichte |
Gustavia - Ein schwedisches Hafen- und Stadtprojekt für Mönchgut
Am 11. September 1806 gab der schwedische König Gustav IV. Adolf den Befehl, einen Hafen auf der Halbinsel Mönchgut anzulegen und Pläne für eine Handelsstadt (köping) zu erstellen. So sollte der strategische Nachteil, dass Schweden keinen Hafen auf Rügen besaß, ausgeglichen werden. Auch handelspolitische Gründe spielten eine Rolle. |
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Vorgeschichte |
Im Juli 1806 hatten die schwedischen Offiziere Obersleutnant Boye und Major Grippenberg den Auftrag erhalten, herauszufinden, ob der Zicker See für die Anlage eines Hafens geeignet war. Zu diesem Zweck vermaßen sie die Halbinsel Klein Zicker, und Boye entwarf einen Plan für eine Hafenstadt. Der entsrechende Bericht von Anfang August 1806 bezeichnete den See als ideales Bassin für 300-400 Schiffe. |
Umsetzung des Projekts |
Noch im September 1806 wurde unter Leitung von Oberstleutnant Ljungberg mit de ersten arbeiten westlich des Dorfes Groß Zicker begonnen. Gründe für die Planänderung der ursprünglichen Planung sind nicht bekannt. Für den Ausbau des Hafens waren im Oktober 1806 mehr als 30 Objekte vorgesehen. Neben den militärischen Einrichtungen wie einer Werft, einem Dock und einer Seefahrtsschule waren zahlreiche zivile und öfentliche Gebäude geplant, wie z.B. ein Theater, eine Handwerks- und Ackerbauschule, ein Kinderhaus bis hin zu einer Promenade mit schönen Häusern. Vorbild dürften die 1680 angelegte Hafenstadt Karlskrone und die dort gewonne Erfahrung gewesen sein. Die Arbeiten mussten witterungsbedingt im Winter 1806 eingestellt werden und wurden erst im Frühjahr des folgenden Jahres wieder aufgenommen. |
Weiteres Schicksal |
Während der Besetzung Schwedisch-Vorpommerns durch die Franzosen seit Oktober 1807 kam das Projekt zum Erliegen; 1811 zerstörten diese alle bisher errichteten Anlagen und transportierten an Baumaterial ab, was von den Schweden bei deren Abzug nicht hatte mitgenommen werden können. Die Planungsunterlagen wurden vom französischen Generalgouverneur Thouvenot angefordert und wahrscheinlich beim Abzug der Franzosen 1813 mitgenommen. Der schwedische König Karl XII., Nachfolger des 1809 abgesetzten Gustavs IV. Adolf, hatte kein Interesse mehr an einer Stadtgründung auf Rügen. Einzig Teile der von den Schweden 1813 erbauten Landungsbrücke an der Südwestspitze des Zickerschen Höfts in Form von quadratischen Fundamentkonstruktionen in Kastenbauweise zur Ausschiffung von Truppen und Material sind Heute ebenso noch im Wasser nachweisbar wie die gleichzeitige Landungsbrücke am Südstrand von Göhren.
Quellenangabe: Kurverwaltung Thiessow / Gastgeberkatalog |
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